Korsika in Sichtweite

Heute Nacht wurde ich zweimal von heftigen Gewittern geweckt. Die Schwüle des Tages musste sich irgendwann ja entladen. Es ist spannend im Bett zu liegen und durch das Dachfenster die Blitze zu beobachten, aber es war nicht interessant genug, um mich vom schnellen Wiedereinschlafen abzuhalten. Andreas war wieder früher wach als ich und in Lauflaune. Die Gegend hier ist flacher und damit besser geeignet. Ich habe mich einfach umgedreht und weitergeschlafen.

Als Andreas nach dem Laufen und erfrischt von seiner Abkühlung im Meer zurückkam, machte ich mich auf in die Bäckerei zwei Gassen weiter. Unsere Erkenntnis: die Weckerl sind wie bei uns und nicht so luftig wie in Santa Maria Navarrese und die Dolci nicht zu vergleichen. Ist vielleicht ohnehin besser, wenn wir weniger davon essen.

Nach dem Frühstück und Abwaschen haben wir heute ungewöhnlich lange gebraucht, um unsere Interessen und Pläne für die nächsten Tage auf einen sinnvollen, machbaren Nenner zu bringen. Es gibt Orte, die ich unbedingt besuchen möchte und solche, die Andreas mir zeigen will, weil sie ihm bei einem seiner Voraufenthalte so gut gefallen haben. Dazu kommt noch die Wettervorhersage, dass es am Sonntag wahrscheinlich regnen wird und es besteht eine Chance in einem nahegelegenen Lokal am Nachmittag MotoGP zu sehen….. Abgesehen davon liegen manche Orte auch sehr weit auseinander.

Das erste Ziel des heutigen Tages war Castelsardo, ein Ort mit sehenswerter Altstadt, die hoch auf einem Hügel drohnt. Mit der Schönen war sie sehr gut zu erreichen und es gab sogar eigene Motorradparkplätze weit oben. Neben uns parkte ein italienisches Pärchen, er mit einer 1290 GT und sie mit einer Ducati Monster, ein und führte ebenfalls einen Striptease durch. Da fühlt man sich gleich weniger allein 😉 ok die beiden waren vermutlich sehenswerter.

Andreas und ich wählten einen steilen Aufstieg in die Altstadt, der Gott sei Dank nur kurz war. Die Gassen waren alle sehr eng und steil und hatten viele Lokale und Souvenirläden zu bieten. Ich ließ mich auch überzeugen, die Burg mit inkludiertem Museum zu besichtigen. Von oben hat man wirklich einen guten Ausblick und die Ausstellung war interessant. Es wurde alte Handwerkskunst neuen Interpretationen gegenübergestellt. Es war viel los auf der Burg und alle brav mit Maske nach Überprüfung des grünen Passes. In einem kleinen Laden erstanden wir dann noch eine kleine geflochtene Dose mit Deckel, von der es mir Farben und Form angetan hatten.

Wir wählten einen bequemeren und weniger steilen Rückweg zum Moped und zogen uns wieder einmal um. Das ist aber eindeutig besser, als bei Wärme oder Hitze in der Montur herumzulaufen. Der Wochenmarkt, den ich auch gerne besucht hätte, war schon fast ganz aufgelöst, aber ich habe nichts versäumt. Er hatte Jahrmarktcharakter und wenig Angebot von Obst und Gemüse, wie ich erhofft hatte. Also peilten wir ohne Shoppingtour unser zweites Ziel, Santa Teresa Gallura, an. Zu diesem Zeitpunkt war unsere Tankuhr nach heftigem Geblinke bereits ausgefallen. Aber wer braucht sie schon. Andreas weiß, dass er nach ca. 270 gefahrenen Kilometern tanken muss. D.h. den Trip jedesmal nach dem Tanken auf Null stellen, dann sollte alles passen.

Wir fuhren flott dahin – kein Vergleich zu gestern mit Karl und ich liebe den Fahrtwind im Gesicht – als etwas auf der Straße lag und Andreas abbremste und stehenblieb. Es war ein riesiges Riesenbockerl. Das muss natürlich mit nach Hause genommen werden und ich weiß schon, wer sich darüber freuen wird. Bald darauf sind wir auch in Santa Teresa angekommen, von wo man einen fantastischen Blick auf die Felswände der korsischen Küste hat. Auf Andreas‘ Steinmauer, auf der er vor drei Jahren mit Mario und Christine gesessen ist und nach Korsika geschaut hat, haben sie zwar ein Geländer gebaut, aber der Ausblick und Eindruck blieben gleich schön. Das Meer hat an dieser Stelle mindestens vier unterschiedliche Farbtöne und die Felsen Korsikas sind fast so weiß wie die Kreidefelsen in Dover.

Nach einem Cappuccino und Eis ging es zurück zum Stellplatz und natürlich ins Meer. Nach der Dusche machten wir uns zu Fuß auf zum Supermarkt und Andreas zeigte mir am Weg dahin sämtliche Lokale, die er bereits ausfindig gemacht hatte. Wahrscheinlich gehen wir morgen am Abend essen, da wir eine längere Tour vorhaben und es danach Stärkung brauchen wird. Da es noch zu früh für Abendessen war – zumindest aus meiner Sicht – haben wir nur einen Nespresso genossen und die letzten Dolci. Ich habe mich aufs Lesen gefreut und Andreas hat sich mit der Drohne den Stellplatz von oben angesehen. Die Inspektion der Solarpanele auf dem Karl hat ergeben, dass sie furchtbar schmutzig sind. Er ist dann noch mit der Kamera bewaffnet losgezogen, um das gute Licht zu nützen.

Nach dem Nachtmahl haben wir uns zu den üblichen Aufgaben zurückgezogen – ich schreibe Blog, Andreas kümmert sich um die Fotos. Ich mache das sehr gerne, da ich so den Tag revuepassieren lassen kann und gleichzeitig alles festhalte und immer wieder nachlesen und mich erinnern kann. Andreas wird auch diesmal wieder ein Fotobuch gestalten und sammelt schon eifrig Fotos dafür. Viele davon kenne ich auch noch nicht. Dadurch werde ich auch wieder eine Überraschung haben.

So bleibt mir für heute nur noch euch eine gute Nacht zu wünschen Ich verbringe sie mit dem Coca Cola Mann. Andreas hat nämliche heute wie dieser die 6 Mineralwasserflaschen auf der Schulter getragen und sah ihm zumindest von hinten täuschend ähnlich 🙂

Schlaft gut, Eva

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