Porto di Golfo Aranci

Heute geht es zurück aufs Festland – leider. Ich hätte es schon noch auf Sardinien ausgehalten, aber ein, zwei Tage in der Toscana unterwegs zu sein, hat auch seinen Reiz. Außerdem wollen wir noch in unserem Lieblingskäsegeschäft in Pienza Pecorino kaufen. Andreas und ich haben am Abend noch im Internet nach einem passenden Stellplatz gesucht und uns nach längerer Diskussion doch auf einen Platz am Lago Trasimeno in Umbrien geeinigt. Von dort ist es nicht so weit nach Assisi und auch nicht weit in die Toscana. Andreas hatte auch Stellplätze am Rande von großen Städten gefunden, wo man gratis stehen kann. Das möchte ich aber nicht. Ich kenne solche Plätze vom letzten Jahr aus Deutschland. Sie sind gut, um einmal zu übernachten, aber ich würde nicht länger so stehen wollen oder gar den Karl und den Hänger unbeaufsichtigt den ganzen Tag alleine lassen. Häufig funktioniert die Infrastruktur auch nur teilweise. Die dritte Variante wäre ein Stellplatz auf einem Bauernhof in der Toscana gewesen, sehr schön, aber auf Schotterstraßen mit Karl und der Schönen am Hänger nicht oder nur mühsam zu erreichen.

Da die heutige Anfahrt zum Porto di Golfo Aranci nicht sehr lange war, konnten wir uns heute früh wirklich Zeit lassen und in aller Ruhe frühstücken und einräumen. Wir fuhren dann zur Servicestation, um Frischwasser aufzufüllen und Grauwasser abzulassen. Da der Einlass für unser Frischwasser auf der linken Seite ist, fuhren wir auch so in den Bereich der Servicestation ein, dass sich der Schlauch auch auf der linken Seite befand. Kurz darauf standen wir Schnauze an Schnauze mit einem italienischen Wohnmobil, dessen Fahrer in aller Ruhe sein Kassettenklo ausleerte und putzte und dann weit weg von der Stelle, wo es gedacht war, sein Grauwasser abließ. Schließlich standen wir ja im Weg. Andreas blieb stur stehen, damit der Italiener zurückschieben musste, damit wir dann an der richtigen Stelle unser Grauwasser ablassen konnten. Männer können auch ganz schön eigensinnig sein.

Eine wichtige Sache war noch zu erledigen, die Schöne musste noch auf den Hänger. Dazu war es wichtig einmal so zu stehen, dass wir den Verkehr am Stellplatz nicht behinderten, den Hänger an den Karl ankoppeln, das Seil von der Winde abspulen, an der Schönen befestigen und dann diese in ihrer Schiene hinaufziehen lassen. Ich durfte wieder den Kopf für den Motor der Winde drücken 😊

Der neue Nachbar am Stellplatz, der ebenfalls eine Adventure1190 mithatte, schaute interessiert zu und holte sich Ideen auch für den Ausbau. Er hat sein Auto erst seit drei Monaten und nur das absolut Wichtigste für diese erste Reise getan. Ich habe Andreas gebeten ihm die Adresse seiner Seite zu geben, damit er unseren Ausbau nachlesen kann. Vielleicht sind ein paar nützliche Tipps und Bezugsquellen dabei. Nach gegenseitigen guten Wünschen haben wir noch bezahlt. 20 Euro pro Tag + 3 Euro „Kurtaxe“ waren o.k.

Wir hatten außer einen Einkauf an einem Obst-, Gemüse- und Käsestand keine Zwischenstopps mehr geplant, beschlossen aber stehen zu bleiben, wenn wir etwas Interessantes sehen. Mit sardinischem Käse, Pflaumen, Pfirsichen und einem Stück Salami als Wegzehrung kamen wir an einen kleinen Parkplatz mit dem Hinweisschild 350m bis zum Castello und 400m bis zur Chiesa. Das schien uns interessant und absolut machbar. Was jedoch keiner dazugeschrieben hatte und vom Parkplatz aus auch nicht ersichtlich war, ist die Tatsache, dass zu den 350m auch ungefähr 200 Höhenmeter über unzählige Steinstufen zu überwinden sind. Es ging die ganze Zeit bergauf! Manchmal ist es gut, wenn man nicht weiß, worauf man sich einlässt. Vermutlich wären wir nicht hochgestiegen und hätten wirklich etwas versäumt. Der Ausblick war wunderbar und hat mich zum Tanzen gebracht. Ich fühlte mich so frei 🤩. Ich hoffe, dass die Fotos von Andreas etwas geworden sind, die wir morgen nachliefern werden. Am Schiff haben wir kein Netz.

Trotz dieser unerwarteten Bergtour waren wir am frühen Nachmittag in Golfo Aranci und suchten einen Parkplatz in der Nähe des Hafens. Wir suchten eine Gelateria fanden allerdings nur eine, die geschlossen war. Nach einer kleinen Runde kehrten wir dann in einer Cafeteria ein und begnügten uns mit Cappuccino, Nespresso und zwei Croissants. Beim Zahlen an der Kassa sahen wir daneben eine Eistruhe mit diversen Sorten und gönnten uns doch noch ein Eis zum Mitnehmen. Da wir noch Zeit hatten, gingen wir noch in die andere Richtung spazieren und stießen auf eine offene Gelateria. Also beschloss Andreas, dass er sich jetzt einfach noch ein Eis kauft und ich schloss mich ihm an. Es gab mehr Sorten und das Eis war eindeutig besser. Das war heute unser süßes, spätes Mittagessen.

Seit ca 16:00 stehen stehen wir zuerst vor verschlossenen Toren der Boardingstelle und seit ca. 17:30 in Poleposition vor unserer Fähre und warten, wann wir hineinfahren dürfen. Vermutlich sind wir wieder bei den letzten, aber das macht nichts. Diesmal haben wir unsere Kabine auf Deck 8, aber wir sind ja geübt im Stiegensteigen. Die Abfahrt wurde auf 20:30 vorverlegt, mal sehen, wann wir wirklich ablegen. Immerhin ist heute die Fähre schon da. Andreas hat auch im Hafen schon einiges fotografiert und gerade mit Sophie einen Videorundgang gemacht.

Ich wünsche euch allen einen angenehmen Abend und werde Andreas bitten ein iPad-Foto als Titelbild einzufügen. Bis morgen dann wieder vom Festland, Eva

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