Von Norden-Norddeich nach Cuxhaven – eine feuchte Angelegenheit

Heute Morgen weckte mich das bekannte Klopfen von Regentropfen auf Karls Dach und Fenster, außerdem war mir ziemlich schlecht. Nachdem ich erbrochen hatte und wieder einschlafen konnte, war ich eigentlich ganz zufrieden. Ich sollte mir endlich merken, dass ich Hering in geschmackvolle aber fette Soßen eingelegt nicht vertrage. Gegen halb neun sind wir dann aufgestanden und haben indoor gefrühstückt. Andreas meinte, dass es am Horizont schon blau wird, allerdings hat uns dieses Blau bis jetzt nicht erreicht.

Andreas hatte eine Route die Küste entlang bis Bremerhaven geplant, die wir allerdings bis Cuxhaven verlängert haben. Wir stehen jetzt am Stellplatz zur Schleuse in Cuxhaven und sehen Boote vorbeituckern und größere Containerschiffe langsam ein bisschen weiter entfernt vorbeiziehen. Der Stellplatz ist gut gebucht, da von hier auch Fähren wegfahren.

Heute sind wir viel gefahren und haben die sehr grüne, sehr flache Landschaft genossen. Es gibt viele Kühe und Pferde und auf den Deichen Schafe. Es gibt auch immer wieder Windmühlen aber weit mehr Windräder zu bewundern. Wie die wohl halten? Der gesamte Untergrund scheint nämlich aus Sand zu bestehen. Andreas hatte einige Haltepunkte eingeplant, wir sind allerdings nur bei zwei von ihnen ausgestiegen und Richtung Meer gegangen. Sehen konnten wir es eigentlich nicht, da gerade Ebbe und das Wasser nur in der Ferne zu erahnen war. Vielleicht hätten wir uns einer Gruppe zur Wattwanderung anschließen sollen, aber das hätten wir im Vorfeld planen müssen.

Unseren ersten feuchten Spaziergang machten wir in Neßmersiel und den zweiten bei Bensersiel. Dort kauften wir auch unsere Fischbrötchen fürs Mittagessen. Wir stellten wiederholt fest, dass Norddeutschland nicht zum Motorradfahren geeignet ist – einerseits zu flach und andererseits viel zu nass. In Hooksiel versuchten wir im Campingladen einen Flaschenöffner und einen zweiten Schmutzwäschesack zu kaufen. Leider haben wir nur Ersteres bekommen, aber so können wir wenigstens unsere Flaschen gefahrlos öffnen. Andreas hat seine Vorliebe für Radler entdeckt.

Nachdem pausenlos irgendwelche „Siels“ angeschrieben waren, musste ich dann Wikipedia bemühen, um herauszufinden, wofür das steht. Ein Siel ist ein verschließbarer Gewässerdurchlass in einem Deich. Wir haben sogar mehrfach einen Wegweiser zum Carolinensiel gesehen. Caroline, meine zweite Enkeltochter, ist nicht einmal noch geboren, hat aber schon ihren eigenen Siel in Ostfriesland 🙂.

Unsere Fahrt ging weiter durch Wilhelmshaven, das vom Navi als WHV angekündigt wurde, an Bremerhaven vorbei, bis wir schließlich in Cuxhaven im Stadtteil bei Schloss Ritzebüttel ankamen. Dort gab es sogar einen kostenfreien Parkplatz mit einem eigenen Bereich für Wohnmobile und Autobusse. Wir versuchten dort auch zu parken, wurden allerdings von einem Anrainer wild attackiert und beschimpft, sodass wir uns dann doch am normalen Parkplatz hinstellten. Ich habe noch nie jemanden so aufgebracht und vor Wut schäumen gesehen. Er sah aus wie ein tollwütiger Hund und war keiner Argumentation zugängig und auch die Polizei hätte nichts zu sagen…. kein schönes Erlebnis.

Das Zentrum des Stadtkerns war nett mit vielen feinen Geschäften und einem guten Café mit Eissalon. Der Kaffee war ausgesprochen gut, nicht nur für deutsche Verhältnisse. In einem schönen Buchgeschäft fand auch Andreas etwas zu lesen und das Buch, das ich mir ausgesucht habe, war auch in seiner engeren Wahl. Jetzt müssten wir nur einmal zur Ruhe kommen, um auch zum Lesen zu kommen….

Morgen wollen wir weiter nach Hamburg. Die Wettervorhersage für die nächsten beiden Tage ist deutlich besser, da kommt Hoffnung auf. Hamburg hat einige zum Teil sehr schöne Stellplätze, von der Lage wäre der am Fischmarkt der beste, aber da gibt es weder die Möglichkeit Frischwasser zu tanken noch Grauwasser oder den Fäkalientank zu entsorgen. Dort werden wir wohl nicht stehen….

Jetzt werde ich noch das Geschirr waschen und dann ein wenig lesen. Nachdem sich Andreas heute mit dem Brotmesser heftig geschnitten hat, darf er sich ausruhen. Jetzt haben wir auch unser supertolles, australisches Erste Hilfe Paket eingeweiht. Es wurde nicht umsonst angeschafft und ich hoffe, das wir nie einen Schlangenbiss versorgen müssen.

Schlaft gut und träumt süß, Eva

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