Tag 3 – Sport, Kommunikation, Gerüche und kleine Hoppalas

 

 

Irlandreise-2668Bexhill gestern Abend

Andreas hat den Morgen heute ganz sportlich begonnen und ist 10km gelaufen, ich habe sportlich weitergeschlafen 😜. Um 9h waren wir dann beim Frühstück und saßen in der Sonne mit Blick aufs Meer. Der blaue Himmel mit ganz wenigen weißen Wolken sollte uns den ganzen Tag erhalten bleiben. Ab Salisbury war er dann sogar wolkenlos. Als erstes fuhren wir ins towncenter von Bexhill, um bei einem Bankomaten ein paar britische Pfund zu beheben. Dabei kamen wir bei jener Post vorbei, wo ich 1977 bei meinem zweiten Aufenthalt die Postanweisung abholte, weil mir das Geld ausgegangen war…… Lang, lang ist es her.

Der erste Abschnitt unserer heutigen Route sollte uns nach Salisbury führen, wo es eine berühmte Kathedrale gibt. Am Weg dorthin fiel uns eine sehr große alte Kirche mit einigen ebenso alten Gebäuden drum herum auf, die von der Autobahn gut zu sehen war. Andreas nahm die nächste Ausfahrt und versuchte den Weg dorthin zu finden. Dabei landeten wir in netten Seitengassen, einem Industriegebiet, neben einem Flugplatz mit Hubschrauberflugschule und anscheinend einem Unfall und einmal nach dem Abbiegen sogar auf der falschen Straßenseite – Hoppala Nummer eins. Ein kleiner Hinweis von mir aber v.a. das entgegenkommende Auto erinnerten Andreas schnell daran, dass links gefahren wird.

Irgendwann hatten wir es dann doch geschafft und wir standen auf dem riesigen Gelände des Lancing College, das mit all den Ge- und Verbotstafeln denselben Charme versprühte wie die Schule im „Club der toten Dichter“. Die große Kirche war die Chapel des College, die besichtigt werden durfte – ein sehr mächtiges Gebäude. Wir wurden zweimal darauf hingewiesen, uns doch bitte ins Besucherbuch einzutragen. Folgende Angaben waren zu machen: Datum, Name, wann gekommen, wie war der Eindruck, wann gegangen. Besonders schön fand ich ein modernes Glasfenster, das mit Hilfe von Spenden finanziert und in Erinnerung an einen Bischof eingesetzt wurde.

Nach diesem ungeplanten Intermezzo ging es weiter nach Salisbury, wo es auf einem kostenpflichtigen Parkplatz auch kostenfreie Motorradparkplätze gab. Von dort waren es nur ein paar Minuten bis zur Kathedrale, die auch sehr beeindruckend war. Am besten hat mir hier ein moderner Brunnen, der mitten in der Kirche steht, gefallen. In ihm spiegelt sich einerseits das Gewölbe und andererseits die bunten Kirchenfenster. Je nach dem von welcher Seite man hineinschaut. Zu diesem Zeitpunkt war die Stimmung zwischen mir und Andreas aus verschiedenen Gründen angespannt und wir beschlossen noch durch den Kreuzgang zu gehen und dann bei einem Kaffee alles zu besprechen. Es war nicht friktionsfrei, aber es hat geholfen.

Die restliche Strecke bis Exeter, wo wir heute nächtigen, haben wir bei wolkenlosem Himmel und auf Motorradtraumstraßen verbracht – leichte Kurven, leicht hügelig, flottes Tempo erlaubt 😃. Ein paar Kilometer nach Salisbury spüre ich plötzlich einen Schlag auf meinem rechten Oberarm und bemerke dann eine Mineralwasserflasche zwischen mir und dem Packsack. Ich machte Andreas klar, dass er stehen bleiben muss. Wir waren beide sehr verwundert, dass sich einer der Riemen, mit denen wir zwei Flaschen auf dem Topcase befestigt hatten, gelockert hat und die Flaschen nicht davon geflogen, sondern abgelenkt durch meinen Oberarm neben mir gelandet ist. Hoppala Nummer zwei. Nachdem wir alles wieder festgezurrt hatten ging es weiter, bis es um 19:30 wirklich Zeit wurde ein Quartier zu suchen.

Die nächste Stadt war Exeter und wir peilten McDonalds an. Natürlich lag die Filiale in der Fußgängerzone, aber es gab ein paar Meter weiter einen Parkplatz und ein anderes Lokal mit free wifi – Kentucky Fried Chicken. Also nichts wie rein und bestellen – Hoppala Nummer drei. Ab 20h kann man das Essen nur mehr mitnehmen und das wifi funktionierte lausig  und es gab keinen Zugang mehr zum WC. Wir haben uns erst einmal auf eine Bank gesetzt und versucht in Ruhe zu essen. Wir teilten auch mit einem Sandler, der ganz höflich fragte, was das denn gekostet hätte. Er verjagte dann auch alle Trangler, die uns um Geld anschnorren wollten. Da wir unser Motorrad mit vollem Gepäck nicht alleine stehen lassen wollte, ging Andreas mit dem iPad unter dem Arm noch einmal zur Eingangstüre von KFC und konnte doch noch buchen. Ca 10 Minuten danach checkten wir ein. Das wifi hier funktioniert fantastisch.

Andreas sortiert gerade die Fotos vom heutigen Tag und ich werde dann wieder eine Auswahl einfügen. Neben dem tollen Wetter und der schönen Landschaft haben mich heute v.a. die Gerüche beeindruckt. Sobald wir uns dem Meer näherten, war es zu riechen. Beim Durchqueren einer Ortschaft fühlte ich mich in meine Kindheit zurückversetzt, da ich den Geruch von Virginas wahrnahm, jener Zigarren, die mein Großvater geraucht hat. Knapp danach fuhren wir an einer Erdbeerplantage vorbei – köstlich süß….

So, die Fotoauswahl ist fertig: Bexhill downtown, die Chapel von Lancing und Salisbury cathedral – Gute Nacht, morgen geht es nach Cornwall 😎

 

 

One Reply to “Tag 3 – Sport, Kommunikation, Gerüche und kleine Hoppalas”

  1. beeindruckende Photos der Brunnen schau wahrlich toll aus. War dein erwähnter früherer Englandaufenthalt der mit Karin Killer? Wünsch euch noch schöne unfallfreie Tage, gratuliere zum nächsten Karrieresprung hoffe es war die richtige Entscheidung. Freu mich auf eine ausgiebige Plauderei. Nach diesem Urlaub und den Neuigkeiten gibt es sicherlich viel zu erzählen. Lg Karin.PS Schaut euch Dublin gut an Christian will dort unbedingt hin, erwarte mir gute Tipps von euch

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