Tag 5 – quer durchs Land zur Cardigan Bay

Der Tag startete damit, dass wir von Andreas‘ Handy um 7h Ortszeit geweckt wurden. Es dauerte eine Weile, bis ich das Geräusch zuordnen konnte und das Handy gefunden hatte. Unsere Putzfrau stand in Mödling vor der Türe. Sie hatte die Mitteilung der Agentur nicht gelesen, dass wir den Termin wegen des Urlaubs storniert hatten. Ich war auf alle Fälle hellwach. Andreas ein paar Minuten später auch, da der Oldtimer gestartet wurde. Da hielt ihn nichts mehr im Bett.

Vor und beim Frühstück unterhielten wir uns mit dem Fahrer, der meinte dass er nicht der Besitzer sei, über das Auto, die Rally und die Tatsache, dass man Steigungen einfacher im Retourgang bezwingt. Seine Frau steuerte noch bei, dass sie bei einer Fahrt sogar aussteigen musste, um das Auto leichter zu machen.

Dann kam die Sprache auf Motorrädern, ob wir nur das eine hätten?! Er selbst habe derzeit drei. Nun ja zu unseren besten Zeiten hatten Andreas und ich gemeinsam vier, aber unsere Prioritäten haben sich verschoben. Besonders überraschend fand ich dann die mit viel Energie vorgebrachte Aussage des Ehepaars, dass man erst wieder Motorrad fahren darf, wenn die Kinder 18 sind. Andreas hatte erzählt, dass Johannes sowie der Mann eine Triumph hat, aber derzeit nicht fährt, da unsere Enkeltochter erst 1 1/2 Jahre kalt ist. Manchmal finden sich Gleichgesinnte von selbst.

Nach dem Frühstück ging es weiter quer durchs Land durch den Brecon Beacons Nationalpark zum USK Reservoir und schließlich zu den Ruinen von Newcastle Emlyn. Die Straßen waren zum Teil sehr eng und an einer besonders engen Stelle kam uns noch eine Schafherde entgegen. Andreas klebte ganz links an einem Baum, das Leitungsauto konnte gut vorbei, die Schafe auch, obwohl wir Ihnen nicht geheuer waren, und eigentlich hatte auch das Abschlussquad genug Platz. Warum uns der alte Mann darauf so beschimpfte, weiß ich eigentlich nicht.

Neben der schönen Landschaft und den unheimlich guten Gerüchen nach Blumen und Heu kamen wir auch in den Genuss von vielen Baustellen. Auch in Wales wird im Sommer viel saniert, was wegen der engen Straßen immer Ampelregelung bedeutet. Wir hatten fast immer rotes Licht…. Die Phasen sind jedoch sehr kurz geschalten, dass wir kaum warten mussten.

Weiter ging es mit etwas Kultur bei der Pentre Ifan Burial Chamber. Diese Grabkammer wurde vor tausenden von Jahren errichtet und ich findes es immer wieder faszinierend, wie diese schweren Steine bewegt wurden. Der oben querliegende Stein muss ein wahnsinniges Gewicht haben und hat nur ganz wenige Auflagepunkte, dennoch hält er seit ein paar tausend Jahren. Die Energie rund um die Steine war ganz besonders.

In Cardigan machten wir dann eine kurze Pause bei einem Supermarkt, da wir unsere letzte Mineralwasserflasche verloren hatten. Wir scheinen sie in Newcastle nicht ordentlich festgezurrt zu haben. Hoffentlich hat sie niemanden getroffen, als sie weggeflogen ist. Bemerkt haben wir es allerdings nicht. Wir gönnten uns jeder auch ein Sandwich, da der Magen knurrte.

Cardigan liegt am südlichen Ende der Cardigan Bay, die wir dann entlang fuhren. Andreas wollte in Poppits Sands Pause machen, wo es mir aber gar nicht gefiel – viele Leute, kein Meer, da gerade Ebbe war, und ich wollte nicht schon wieder absteigen. Es ist jedesmal ein Abenteuer, ob ich schmerzfrei auf meinem rechten Bein lande. Außerdem war ich mir sicher, dass es noch einen besseren Strand geben würde. Andreas hatte noch einen zweiten ausgesucht und eingeplant, das wusste ich. Also krachten wir aneinander und Andreas brauste grantig davon.

Der zweite Strand lag in Llangrannog und war wunderschön 😊. Wir schwiegen einander an, saßen in der Sonne und ich für meinen Teil genoss bei geschlossenen Augen das Meeresrauschen. Natürlich haben wir auch wieder begonnen miteinander zu reden. Wir sind ja schon groß und vernünftig 🤔😊😉 Dort buchten wir dann unser Zimmer, was gar nicht so einfach war. Für zwei Nächte war nichts zu bekommen und für eine Nacht gab es ein tolles Quartier in Aberystwyth. Ohne dass es uns bewusst war, landeten wir im selben Hotel wie vor drei Jahren. Ich liebe den Erker mit Ausblick aufs offene Meer ❤️.

Wir entschlossen uns, das Dinner im Hotel zu nehmen und danach noch ein wenig spazieren zu gehen. Im Strandpavillon gab es ein Konzert und als Draufgabe einen wundervollen Sonnenuntergang. Das Wetter war gestern den ganzen Tag hervorragend und die durchschnittlichen 20 Grad fühlen sich wärmer an als bei uns. Da ich schrecklich müde war, beschloss ich den Blog erst heute morgen zu schreiben und lieber schlafen zu gehen. Andreas ist noch einmal losgezogen, um Fotos zu machen u.a. von einer partiellen Mondfinsternis. Ich freue mich auf seine Fotos und alles, was der Tag heute bringt.

Alles Liebe, Eva

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