We are on fire

Mein neuestes Hobby scheint nächtliches Aufstehen zu werden. Gestern um 4:20 hüpfte ich aus dem Bett, weil ein Gewitter losbrach und unsere Dusch- und Handtücher noch draußen hingen. Geschafft, ich brachte sie noch trocken ins Haus bzw. den Karl und konnte auch schnell wieder einschlafen. Das Donnern, Blitzen und Schütten hielt noch eine ganze Weile an, wie man am nächsten Morgen am Zustand des Bodens erkennen konnte.

Nach einem guten Frühstück brachen wir zu unserer zweiten Motorradrunde auf. Es standen ca. 340 km auf dem Plan. Nach nicht einmal noch 100 km wurde es unter meinem Hintern ziemlich warm, dabei hatte ich sicher nicht die Sitzheizung aufgedreht. Andreas sah zweimal zum Bremshebel und Hinterrad und blieb dann am Pannenstreifen stehen. Nachdem ich abgestiegen war, sah ich, dass es bei der hinteren Bremse rauchte. Andreas gelang es noch mit dem Zündschlüssel das ABS-Kabel von der Bremszange wegzuziehen und stand kurz auf, um ihn wieder ins Zündschloss zu stecken. In diesem Moment gab es bei der hinteren Bremse eine Stichflamme und die Bremse brannte!

Das Feuer ging schnell von sich aus wieder aus und Andreas kühlte mit Mineralwasser. Anschließend telefonierte er mit seiner Werkstatt in St. Pölten und suchte im Internet nach einer KTM-Werkstatt auf Sardinien, wenn möglich in der Nähe. Während seiner Recherche hielt am gegenüberliegenden Pannenstreifen ein Wiener mit seinem Sprinter, der vor lauter Eifer uns zu helfen vergessen hatte die Handbremse anzuziehen. Seine Frau sprang noch einmal ins Auto zurück und verhinderte Schlimmeres. Der Sprinter hatte sich nämlich schon in Bewegung gesetzt.

Er fragte nach unserem Problem und sagte, dass ist ihm auch schon passiert. Im Sprinter befand sich nämlich seine KTM Adventure 1290 und sie waren gerade auf dem Weg zu einem neuen Quartier auf einem anderen Teil der Insel. Wir wünschten einander noch einen schönen Urlaub und setzten die Fahrt fort. Unsere Hinterradbremse hatte sich wieder gelöst und damit war die Schöne fahrbereit. Wir fuhren ohne Probleme die 46 km nach Fuoro zu Denanni Motosports, wo gerade eine KTM aus Deutschland repariert wurde. Nach ihr bekam die Schöne den Platz auf der Hebebühne. Die Auskunft für uns war, sie können es reparieren, aber es wird länger dauern.

Helme, Protektoren und Handschuhe konnten wir im angeschlossen Geschäft lassen und wir bekamen auch noch einen starken Espresso mit Wasser serviert. Dann machten wir uns auf den Weg ins Zentrum, obwohl es ein wenig regnete. Das hörte jedoch bald auf und wir fanden einen Eissalon, wo es unter großen Schirmen trockene Sessel gab. Das Eis war sehr gut und statt mit Milch mit Olivenöl zubereitet worden. Das Schöne in Italien ist die Muße. Man kann ganz lange sitzen und am Cola oder Mineral nippen ohne ständig gefragt zu werden: „Darf es noch etwas sein?“ Irgendwann haben wir dann doch bezahlt und sind durch die Einkaufsstraßen geschlendert. Ich finde Nuoro eher komisch und hässlich, aber die Geschäfte sind top: Trussardi, Armani, Moshino, …. nicht für meine Geldbörse aber schöne Sachen.

Wir sind dann zurück zu unserer Werkstatt, wo gerade Mittagspause war. Nach einer Weile auf der Fensterbank der Auslage wurde der Hunger zu groß und wir gingen zum nahegelegenen Supermarkt, den Andreas entdeckt hatte. Mit Weckerl, Schinken, Käse und Getränken versorgt saßen wir auf einer schattigen Bank vor dem Eingang zum Krankenhaus. Sie ziehen mich doch immer wieder an 😉. Frisch gestärkt kehrten wir zur Werkstatt zurück, wo sie uns zeigten, was sie tun konnten. Dann bauten sie alles wieder zusammen und stellten fest, dass es noch ein Problem gab. Lange Rede kurzer Sinn – diese Reparatur würde länger dauern und wird erst am nächsten Tag fertig.

Nachdem es nicht gelungen ist ein Leihauto aufzutreiben – Vater und Sohn Denanni haben herumtelefoniert leider erfolglos – wollten wir uns ein Hotel suchen. Eduardo, der Sohn hat uns dann persönlich in ein nettes Hotel in der Nähe gefahren, wo wir auch zu Abend essen konnten. Andreas hat dann noch ein paar wichtige Dinge (Zahnbürsten, Zahnpasta und ein Ladekabel) besorgt und kam dabei in den Regen. Gott sei Dank gab es einen Fön im Badezimmer, damit er nicht mit der Motorradhose zum Essen gehen musste. Je eine kurze Hose und ein Paar Flipflops hatten wir im Topcase, da ja eigentlich auch ein Museumsbesuch geplant war.

Gut versorgt habe ich dann gestern noch einen schnellen Eintrag im Blog gemacht und dann wirklich gut geschlafen.

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