Toscana

Heute stand die Toscana auf dem Programm. Käse kaufen in Pienza und durch die wunderbare Landschaft zu fahren gehört einfach dazu, wenn wir mit der Schönen südlich von Venedig unterwegs sind. So auch diesmal. Andreas hatte eine schöne Route geplant, das Wetter war herrlich und die Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad sehr angenehm. Um gut voran zu kommen, fuhren wir zuerst ein Stück auf der Autobahn Richtung Siena, dem ersten geplanten Stopp der Toscanarunde.

Irgendwann war es dann genug und Andreas beschloss auf Landstraßen weiterzufahren. Wir landeten aber immer wieder auf der Autobahn. Die kleinen Ausflüge in die ländliche Gegend waren aber sehr nett. So spät ihm Jahr war ich noch nie in der Toscana und ich finde sie auch so sehr schön. Die Felder sind alle abgeerntet und umgepflügt, nicht einmal eine vertrocknete Sonnenblume ist irgendwo stehen geblieben. Einige der Weinstöcke tragen noch sehr große Trauben sowohl in blau als auch in weiß, bei anderen Sorten hat die Lese schon stattgefunden. Die dominierende Farbe ist helles Braun in Schattierungen, einzig die Bäume allen voran die Toscana-Zypressen leuchten weiter in diversen Grüntönen. An manchen Stellen haben die Bäume und Sträucher grüne Tunnel gebildet, durch die ich immer mit besonderer Freude fahre.

Nach einiger Zeit mussten wir an einer Tankstelle halten, da angezeigt wurde, dass der Reifendruck vorne zu gering sei. Es konnte gar nicht anders sein, die Anzeige des Manometers funktionierte nicht. Also nach Gefühl aufblasen, drei kleine Runden auf der Tankstelle drehen, damit die Anzeige der Schönen den aktuellen Druck ausweist und dann wieder ein wenig Luft ablassen, weil er zu hoch war. Nach den nächsten paar Runden wurden exakt 2,4 bar angezeigt und wir konnten die Fahrt fortsetzen.

In Siena angekommen, konnten wir nicht am gewohnten Parkplatz, von wo Rolltreppen in die Stadt hochführen, stehen bleiben, da alle Plätze besetzt waren. Wir fanden aber einen schönen Parkplatz bei einem anderen Zugangstor und lernten daher ein bisschen mehr von Siena kennen. Im Vergleich zu Assisi waren sehr viele Leute unterwegs u.a ganze Schulklassen mit italienischen Teenagern. Wir sind einmal rund um den Campo gegangen, durch diverse Gassen geschlendert, haben uns Auslagen angesehen, Kaffee getrunken und eine Eistüte gekauft. Ganz bescheiden diesmal mit nur zwei Kugeln, damit man sich später am Tag vielleicht noch eine zweite gönnen kann, meinte Andreas. Ich hatte etwas anderes vor. Kirchen haben wir heute keine besucht. In einer Kleineren, bei der wir vorbeigekommen sind, war jemand aufgebahrt. Das wurde aber nicht fotografiert.

Die nächsten Orte, die wir besuchen wollten waren Buonconvento und in der Nähe die Abzweigung zu dem Haus, wo wir vor mehr als 10 Jahren mit Mario und Brigitte Urlaub machten. Andreas plagte sich nach dem Fotostopp ziemlich mit dem Umdrehen auf Schotter, aber er ließ mich ja nicht absteigen. Geschafft hat er es natürlich. Von dort ging es weiter nach Montalcino, wo Andreas die Schöne außerhalb der Stadtmauer neben einer Kirche und einem kleinen Park abstellte. Er wollte Fotos machen, da man von dieser Stelle aus weit ins Land schauen kann. Ich setzte mich auf eine Bank im Park und sah zwischen den Bäumen durch ebenfalls ins Land oder himmelwärts 🙂. Die Abreise nach dem Fotostopp gestaltete sich abenteuerlich, da wir durch irgendwelche kleinen Gassen, die dann in Wegen und im nirgendwo mündeten, zuerst steil bergab und dann wieder bergauf mussten. Andreas‘ Befehl lautete: „Beug dich weit nach vor!“ Auch das haben wir geschafft und den Weg aus Montalcino hinaus gefunden.

Der nächste geplante Stopp sollte in Pienza, der perfekten Stadt sein. Der wichtigste Stopp der Reise, weil wir Pecorino aus Marios Käserei kaufen wollten. Es liegen in Pienza mehrere Käsegeschäfte nebeneinander, aber die Schlange war nur vor einem. Dort kaufen wir immer ein, wenn wir in der Toscana sind. Wir gingen noch eine kleinere Runde spazieren und Andreas fragte eine Gruppe älterer Männer, ob er sie fotografieren dürfte. Sie sind trotz ihres Alters so lebendig und fröhlich gewesen und hatten sich gefreut, dass Andreas sie fotografiert hat. Sie waren auch mit dem Ergebnis zufrieden. Als wir zurück beim Käseladen waren, war die Schlange noch länger, aber das Warten hat sich wirklich ausgezahlt. Auch für die Verkäuferin, die sich gefreut hat, dass wir soviel mitgenommen haben. Nächste Woche wird sich auch eine Kollegin von mir freuen, da ich ihr die gewünschte Fenchelsalami mitbringe. Andreas hat unser Topcase mit Käse gefüllt und sich den restlichen Nachmittag gefreut, dass seine Finger so gut nach Pecorino riechen.

Die letzte Station auf unserer Toscanarunde war Montepulciano, wo sich eines meiner Lieblingskaffeehäuser befindet, das Caffe‘ Poliziano. Ich mag die Einrichtung, ich mag die Lage hoch oben in der Stadt und ich mag die Aussicht von dem kleinen Balkon. Heute hätte es draußen sogar Sitzplätze gegeben, aber es war zu windig und schon ein bisschen kühl und wir zu verschwitzt vom raschen bergauf Gehen, um keine Verkühlung zu riskieren. Andreas aß sein zweites Eis und ich eine kleine Mehlspeise zu einem Café alla canella – köstlich (Espresso mit Schlag, Zimt und ein wenig flüssiger Schokolade). Wir hatten es gerade noch rechtzeitig ins Café geschafft, um in Ruhe genießen zu können, da sie um 19h schließen.

Den Heimweg haben wir abgekürzt, da es schon dunkel wurde und wir von der Umrundung des Lago Trasimeno nichts gehabt hätten. Ein paar Fotos vom Sonnenuntergang sind sich allerdings noch ausgegangen. Ich war ziemlich müde, als wir am Stellplatz angekommen sind, und habe auf dem Fußboden sitzend mit Caroline ein Videotelefonat geführt und wollte gar nicht mehr aufstehen. Inzwischen haben wir gegessen und der Blog ist auch geschrieben. Ich denke, ich werde heute sehr gut schlafen.

Träumt was Schönes und bis morgen, Eva

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