Tag 14 – oder warum ich immer an Moni denken musste

 

Heute Nacht hat es heftig geregnet und es hat auch ziemlich abgekühlt. Als wir allerdings mit Blick aufs Meer beim Frühstück saßen, schob das Blau des Himmels eindeutig die Wolken zur Seite und es versprach ein schöner Tag zu werden. Bevor wir zum heutigen geschichtsträchtigen Besichtigungsprogramm aufgebrochen sind, haben wir noch ein paar Fotos an der Sonne gemacht, frei nach dem Motto: „Woran erkennt man, dass Eva mit dem Motorrad auf Urlaub war“ und „Was hat der Himmel mit der Farbe des Meeres zu tun? Ich bin mir sicher, ihr findet es heraus.

Nach dem wir beim dritten Bankomaten endlich auch zu Geld gekommen waren, fuhren wir ungewöhnlich leicht ohne Gepäck nach Bru na Boinne, der beeindruckendsten prähistorischen Grabanlage Irlands in einer Biegung des Flusses Boyne. Wir stellten die Schöne beim Visitorcenter ab und stopften Stiefeln, Hose und Jacke in die leeren Seitenkoffer und gingen leger gekleidet zum Eingang. Wir wollten sowohl Newgrange als auch Knowth besichtigen und wurden daher mit zwei verschiedenfärbigen Pickpunkten, auf denen die Abfahrtszeit unserer Shuttlebusse standen, versorgt. Bevor es losging, konnten wir uns noch ein wenig umsehen und fanden einen sehr guten Shop mit vielen interessanten Büchern und ein paar Stände mit irischem Kunsthandwerk u.a. einen mit Silberschmuck mit keltischen Motiven und einigen handgefertigten Unikaten 😍.

Der erste Shuttlebus brachte uns nach Knowth, wo uns Mark, unser Guide, auf kurzweilige Art viel Wissenswertes näherbrachte. Seit 1962 sind Archäologen damit  beschäftigt, alles auszugraben, zu datieren und zu rekonstruieren, was seit dem Neolithikum dort passiert ist. Ich musste sofort an Moni, die Frau unseres Neffen Andreas denken, die Archäologie studiert. Sie hätte dort ihre Freude gehabt. Pünktlich  nach einer Stunde holte uns der Bus wieder ab und brachte uns zurück ins Besucherzentrum. Dort hatten wir nun Zeit genug, um einen Mittagsimbiss zu uns zu nehmen und dann mit dem nächsten Bus nach Newgrange zu fahren.

Hier hatten wir das Glück ebenfalls wieder eine sehr nette und kompetente Führerin zu haben mit viel Humor. Wir konnten auch in die vermutliche Grabkammer hineingehen, die vor rund dreihundert Jahren entdeckt worden war, aber erst seit 100 Jahren geschützt und erforscht wird. Vieles ist auch hier noch unbekannt. Und schon wieder war Moni in meinem Kopf. In der Mitte wölbt sich die Kammer fast 6m hoch und drei Seitenkammern buchten die Hauptkammer kreuzförmig aus. Es könnte sich also auch um eine Art Tempel handeln. Die Funktion eines Steines über dem Eingang mit Schlitz konnte erst vor rund 50 Jahren geklärt werden. Durch ihn wird am Tag der Wintersonnenwende der gesamte Gang bis in die Grabkammer von der Sonne erleuchtet. Dies wurde uns eindrucksvoll vorgeführt.

Zurück im Besucherzentrum habe ich dann ein paar Bücher und ein Armketterl aus Elementen des irischen Knoten mit und ohne Schmucksteinen gekauft. Dort hätte ich wirklich viel Geld lassen können und Schmuck würde ja auch nicht soviel Platz brauchen….

Nachdem wir heute nur ganz wenige Kilometer gefahren waren, beschlossen wir noch ein wenig dem Fluss zu folgen. Da alle interessanten Dinge in Frühzeit am Fluss gebaut worden waren, würden wir ja vielleicht noch etwas entdecken. Das Erste, was wir sahen, war eine Ruine mit altem Friedhof auf einem Hügel, wo wir natürlich hinmussten. Es war dies „the hill of Slane“ und die Ruine der Kirche und des Klosters ging auf den Hl. Patrick zurück. Am Rückweg erblickten wir dann noch einen Wegweiser zur Mellifont Abbey, einem verfallenen Zisterzienserklosters. Die Reste des Brunnehuases waren noch sehr gut zu erkennen.

Insgesamt war es ein sehr, sehr interessanter Tag, an dem ich viel gelernt habe und Andreas auch wieder das eine oder andere sehr gute Foto machen konnte. Ich habe nicht nur die Sonne genossen, sondern auch die Tatsache, dass es nach 14 Tagen einmal sehr angenehm war, die Montur nur ca. zwei Stunden zu tragen. Morgen habe ich puncto Kleidung auch so viel Glück, da wir mit dem Bus nach Dublin fahren. Ich bin mir sicher, dass auch das Wetter wieder mitspielen wird. Bis dahin, gute Nacht!

 

 

 

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